La Biosthetique Make-Up Collection * Herbst / Winter 2021/22

un.leashed

Tage, die vor uns liegen

Frauen entdeckten neue Facetten von sich selbst. Es ist Zeit, sich wieder der Außenwelt zuzuwenden. Leben Sie ein erfülltes Leben, ergreifen Sie die Möglichkeiten, navigieren Sie durch Veränderungen. Betonen Sie Ihren persönlichen Ausdruck.

un.leashed La Biosthétique Make–up Kollektion Herbst–Winter 2021/2022 gibt Frauen einen aktiven, kraftvollen und strahlenden Look, um die Welt neu zu entdecken

Das sind die Make-up Looks der Saison:

Look 1 – Delicacy

Helles Olivgrün und sanft schattiertes Waldgrün umspielen das mit kohlschwarzen Wimpern umrahmte Auge. Die Präsenz des Auges wird durch den Automatic Pencil for Eyes K10 Anthracite verstärkt. Der Mund flüstert sanft in einem Hauch von Pfirsich. Die Haut ist perfekt und taufrisch. Dazu gehört eine warmes Bronzing, um die letzten Sommertage zu verlängern. Ein duftender Farblook, der die Zartheit und Finesse der Frauen offenbart.

Look 2 – Eccentricity

Ein klassisches Make–up mit einem modernen Twist. Kühler brauner Schimmer akzentuiert intensiv die Unteraugenpartie und hebt den äußeren Augenwinkel an und umspielt ihn. Die Wimpern sind kaffeebraun und die Wasserlinie in Marble Silk erfrischt und öffnet das Auge. Dramatisch und sinnlich. Tiefes warmes, mattes Rot sättigt die Lippe, die den Blick des Betrachters festhält.Perfekter Sitz und Fokus.

Die perfekt aussehende Haut leuchtet. Ein Hauch von Mystic Red an der inneren Wange lässt eine Unschuld im Vergleich zur Stärke des Looks erahnen. Ein ausgefallener Look, der Teile des klassischen Make–up–Repertoires verschiebt. Eine überzeugende, exzentrische Enthüllung.

Look 3 – Glee

Die königsblaue Wimperntusche zeigt Verspieltheit und wird von einem weichen, kühlen Braunton auf dem Ober – und Unterlid unterstützt. Die orangefarbenen Töne, eingebettet in einen erdigen Sensual Lipstick, begrüßen die blaue Wimperntusche und sorgen für einen fröhlichen, ausgelassenen Look. Eine transparente und seidig –matte Foundation rundet den Look ab. Ein strahlender Look, der fröhliches Engagement der Frauen durch die Kombination von komplementären Farben zeigt.

Perfect Skin

Deckt Hautunebenheiten zuverlässig und langanhaltend ab und mattiert.

Der Name ist Programm. Die innovative Flüssigfoundation verschmilzt mit der Haut, lässt Makel im Nu verschwinden und hinterlässt nichts als einen langanhaltend perfekten Teint. Beschichtete Pigmente gleiten über die Haut, lassen sich spielend leicht verteilen und gewährleisten eine schnelle Farbentfaltung bei gleichzeitig hoher Deckkraft. Die sich ideal an den Hautton anpassenden Nuancen erlauben überdies eine gezielte, partielle Kaschierung von Farbunebenheiten, beispielsweise an der Nase oder am Kinn.

Dabei bleibt das Finish absolut natürlich und wirkt nie maskenhaft. Für ein geschmeidig samtiges Hautgefühl sorgt Lecithin, während Kaolin Ölglanz absorbiert und den Teint nachhaltig mattiert. Pflegendes Vitamin E hält freie Radikale in Schach und beugt vorzeitiger Hautalterung vor. So hält Perfect Skin rund um die Uhr, was es verspricht: eine perfekte, makellos schöne Haut.

Inhaltsstoffe

  • Kaolin mattiert und absorbiert Öl.
  • Beschichtete Pigmente sorgen für die schnelle Entfaltung und gute Haftung der Farbe.
  • Vitamin E bekämpft freie Radikale und reduziert Alterserscheinungen der Haut.
  • Lecithin verleiht ein samtiges und geschmeidiges Hautgefühl.

La Biosthetique Make-Up Collection * Frühling / Sommer 2021

Drei Looks,ein Fokus: «ME»

Make-up wird persönlich wie nie. Meine Looks, meine Facetten. Feiern Sie ihre Einzigartigkeit mit der La Biosthétique Make–up Collection Spring–Summer 2021. Klar und ohne Überflüssiges konzentriert sie sich auf das eigene Ich. Ein Ich, das mit sich im Reinen ist. Ein Ich in drei ausdrucksstarken, faszinierenden Looks, erdacht und umgesetzt vom internationalen Make–up Artist Steffen Zoll.

Das sind die Make-up Looks der Saison:

Me. Fresh.

Ein Ich voller Energie, die sich in leuchtendem Limonengelb entlädt. Zu Farbe gewordene Lebensfreude. Sie weitet den Blick und wandert übers Lid, um sich nach und nach zu einem rosigen Kupfer zu erwärmen. Es ist ein Look für die Sonnenseite des Ich. Lichtdurchflutete Unbeschwertheit, vom strahlenden Teint bis in die pinkroten Fingerspitzen.

Me. Vibrant.

Die zarte Seite des Ich, beinahe durchscheinend, leicht und lebendig. Wie ein spontaner Gedanke zieht ein Hauch von Blau quer über die Lider und verleiht dem Blick etwas Träumerisches. Die transparente Leuchtkraft des Teints strahlt einen Optimismus aus, den die leichte Bräune auf den Wangen und der warme Orangeton der Lippen bekräftigt.

Me. Strong.

Das Ich in seiner ganzen Kraft. Innere Stärke, die sich metallisch schimmernd auf die Lider legt, changierend zwischen den Goldreflexen aufblitzender Lebenslust und der geheimnisvollen Aura eines rauchigen Graphit. Pinkstichiges Rot auf den Nägeln setzt einen fröhlichen Kontrast zur kraftvollen Intensität und schürt sie gleichzeitig.

Vidal Sassoon – Ikone der Friseurkunst

Der Friseurberuf hat im Jahr 2021 kein besonders gutes Image. Der Hauptgrund dafür ist wahrscheinlich der Ruf des Billiglöhners, der den Friseuren seit gut 20 Jahren anhängt. Dabei hat der Beruf auch ganz andere Seiten und viel glanzvollere Zeiten. Wollen wir das ganze Potential dieses ästhetischen Handwerks beleuchten, brauchen wir uns nur an eine Person zu erinnern: Vidal Sassoon. Er revolutionierte die moderne Haarmode in den 1960er Jahren und hinterlies der Welt einen bleibenden Eindruck, als er vom „Schampoo-Boy“ zum internationalen Branchenführer avancierte. 

Schampoo-Boy und Freiheitskämpfer

Vidal Sassoon wurde 1928 in Sheperds Bush in London geboren. Mit nur drei Jahren verließ sein Vater die Familie und ließ sie in bitterer Armut zurück. Für kurze Zeit lebten sie bei seiner Tante, bis seine Mutter ihn und seinen Bruder für secheinhalb Jahre in ein jüdisches Waisenhaus brachte. Nach ihrer zweiten Hochzeit holte sie ihre Söhne zu sich zurück. Mit 14 Jahren vermittelte sie Vidal eine Praktikumsstelle in Adolph Cohens Beauty and Barber Shop. Erst wehrte er sich dagegen, als Shampoo-Boy zu arbeiten, wollte viel lieber Fußballprofi werden. Nachdem er aber im Salon jeden Tag von so vielen hübschen Frauen umgeben war, fand er schon bald gefallen an seiner neuen Berufung.

Nach dem mittelmäßig erfolgreichem Praktikum und seiner Evakuierung aus London während des 2. Weltkriegs wechselte Vidal zu Raymond Bessone, einem derzeit angesagten Londoner Celebrity Hairdresser. Im Jahr 1948 brach dann der Israelische Unabhängigkeitskrieg aus, an dem er sich beteiligte. Dort, „in der Wüste„, machte er sich Gedanken um seine Zukunft:

Als ich nachts zu den Sternen hochschaute, fragte ich mich oft, was ich mit meinem Leben anfangen sollte. Ich meine, das einzige, was ich konnte, war Haare schneiden, und ich war zu dieser Zeit nicht besonders gut darin. Wenn ich also als Friseur arbeiten sollte, da ich keine andere Möglichkeiten hatte, meinen Lebensunterhalt zu verdienen, mußte sich entweder das Handwerk ändern, oder ich mich selbst.

Eine ästhetische und technische Revolution

Zurück in London arbeitete Vidal in verschiedenen Salons, bis er 1954 seinen eigenen in der Bond Street eröffnete. Zu dieser Zeit war der Friseurbesuch geprägt von Lockenwicklern, Trockenhauben, Toupierkämmen, unmengen Haarspray und endlosen Sitzungen beim Friseur. Die Frisuren waren hoch, schwer und sehr pflegeintensiv. Die Haarprachten waren glamourös und aufwendig. Mindestens einmal wöchentlich mußten die Frisuren aufgefrischt und erneuert werden, was hauptsächlich den priviligierten Schichten und Frauen reicher Männer vorbehalten war. 

Das sollte sich bald ändern. Die Löwenmähnen und Beehives waren an sich eine hohe Kunst. Aber Sassoon konnte sich nicht mit dieser Art Ästhetik anfreunden. Er lief durch die Straßen der Großstadt und bewunderte die schlichte moderne Architektur. Vor allem das Bauhaus-Prinzip „Form folgt Funktionfaszinierte ihn. Wir sind so weit zurück, dachte er sich, und begann neue, effizientere Frisuren zu entwerfen.  

Ich wollte weg vom altmodischen – wenn auch schönen. Wenn ich Friseur werden sollte, wollte ich etwas ändern. Ich wollte das Überflüssige beseitigen und mich auf die Grundwinkel von Schnitt und Form beschränken. Es dauerte neun Jahre von 1954 bis 1963 und sorgte für viele einsame und verzweifelte Stunden, in denen ich in meiner Wohnung saß und dachte, ich würde meine Zeit verschwenden.

Sassoons Haarschnitte und Styling entwickelten sich zur kompletten Antithese des gängigen Mainstream. Dieser war geprägt vom Establishment, altmodisch und klassizistisch. Gleichzeitig wuchs eine neue Generation heran, die den Status Quo der damaligen Gesellschaft radikal in Frage stellte. In nahezu alle Lebensbereiche drang die Kulturrevolution der 1960er Jahre vor. Swinging London war der Schmelztigel einer neuen Art von Kunst, Mode und Musik.

Vidal Sassoon wurde zu einem Pionier dieser neuen Kultur. Er wollte die Frauen von ihren altmodischen Lasten befreien und sah den Haarschnitt als eine Art Design, das exakt auf die Haar- und Gesichtsstruktur jeder Person abgestimmt war. Das Arbeiten mit Haaren war für ihn „Architektur mit einem menschlichen Element„. Die Frauen mussten nicht mehr jede Woche zum Friseur. Die Haare saßen nicht mehr fix und aufgetürmt, sondern bewegten sich frei und fielen nach jeder Bewegung wieder exakt in die geschnittene Form. Die Privilegien der Oberschicht waren aus der Mode gekommen. 

Dem Zeitgeist auf der Spur

Sein erster großer Erfolg und internationaler Durchbruch gelang Sassoon 1963 mit dem „Kwan-Bob„. Spätestens hier machte er die Modewelt auf sich aufmerksam. Ein klassischer Bob mit modernen, geometrischen Zügen und Winkeln. Die junge aufstrebende Schauspielerin Nancy Kwan trug ihn hinaus in die Welt und auf die große Bühne. Sein Werk war zu sehen auf den Titelblättern der Britischen und Amerikanischen Vogue und in vielen anderen Modezeitschriften. Auf die Frage, wie er sich seiner Sache so sicher sein konnte, antwortete er in einem Interwiew:

Ich hatte neun Jahre an dem Look gearbeitet. Neun Jahre harte Arbeit. Experimentieren, nachts und am Wochenende. Ich wusste, dass Veränderung in der Luft lag. Ich hatte ein tolles Team damals. Wir hatten Ideen und Gestaltungswillen.

Dann kam der Five-Point-Cut und die Bekanntschaft mit Mary Quant. Die bekannte Modedesignerin und Erfinderin des Minirock schwärmte von Sassoons Haarschnitten und sah in ihm einen ebenbürtigen Modeschöpfer. Er „schneidet Haare wie wir Kleider“, sagte sie in einem Interview. Sie verbindet Vidal Sassoon mit der umwälzenden Veränderung in der Gesellschaft, die in den frühen 1960er Jahren stattfand. Das Straßenbild in London begann sich zu wandeln. Dieser Wandel ging weit über das neue, schlichte Design hinaus.

Wenn Sie jemanden in einem Quant-Outfit und dem fantastischen Five-Point-Cut von Sassoon sahen, wussten Sie nicht, ob sie Gräfin war oder jemand, der in einem Geschäft arbeitete. Großbritannien war nicht länger eine verschlossene Art von Klassengesellschaft, es veränderte auch die Art und Weise, wie Frauen über sich selbst dachten.

Die jungen Frauen wurden selbständiger und selbstbewusster. Sie wollten ihre eigenen Wege gehen und nicht länger an konservativen Werten ausgerichtet und bemessen werden. Sassoons Haarschnitte wurden zum Sinnbild dieser neuen Freiheit und Natürlichkeit. Das Leben wie die Frisuren konnten von nun an die eigene Persönlichkeit angepasst anstatt gängigen Normen und gesellschaftlichen Vorgaben untergeordnet zu werden. Ästhetik und Design wurden für alle zugänglich und der Beruf des Friseurs erfuhr dadruch eine neue Bedeutung.

Friseure sind eine wunderbare Art. Sie arbeiten eins-zu-eins mit anderen Menschen und das Ziel ist es, dass sie sich so viel besser fühlen und sich selbst mit einem Augenzwinkern betrachten… Haare mit einer Schere zu formen ist eine Kunstform. Es ist ein Streben nach Kunst.

Vom Künstler zum Weltstar

Bei der reinen Kunst sollte es nicht lange bleiben. Nachdem Sassoon 1968 von Roman Polanski nach Hollywood eingeflogen wurde, um Mia Farrows Haare für den Film Rosemarie’s Baby zu schneiden, wurde er zum Weltstar. Durch den Kinohit mit dem provozierenden Pixie Haarschnitt lernte ihn die ganze Welt kennen. In dieser Zeit eröffnete er einige Filialen seines Friseursalons sowie Schulen und Ausbildungszentren für die Friseurwelt in Europa, Nordamerika und Asien. 

Nachdem er sich einen internationalen Ruf für seine innovativen Schnitte erarbeitet hatte, zog er Anfang der 1970er Jahre nach Los Angeles. 1973 begann er mit der Vermarktung eigener Haarpflegeprodukte mit dem Slogan „wenn Sie nicht gut aussehen, sehen wir nicht gut aus„. Sassoons Stylingprodukte, Schampoos und Conditioner verkauften sich weltweit. Bis zum Verkauf seiner Firmenanteile und seinem Rückzug aus dem operativen Geschäft Anfang der 1980er Jahre erzielte sein Unternehmen einen Jahresumsatz von über 100 Millionen US-Dollar.

Für Vidal erfüllte sich ein Traum, als er sich nach seinem operativen Rückzug aus seinem Unternehmen ganz dem schönen Leben, der Gesundheit und der Philantropie zuwenden konnte. Er trat in TV-Shows auf und schrieb Livestyle-Bücher wie „Ein Jahr der Schönheit und Gesundheit“. Rückblickend bereute er es allerdings, seine eigene Marke verkauft zu haben. In einem Interview mit der Englischen Guardian  gab er zu:

Mein größtes Bedauern ist der Verkauf meiner Firma. Es war der dümmste Fehler, den ich jemals gemacht habe. Das  amerikanische Business ist, wie es ist, sie verkauften ein Jahr später an ein anderes Unternehmen, und alle Versprechen wurden vergessen. Ich war am Boden zerstört.

Vidal Sassoon war selbst überrascht von seinem enormen Erfolg. Sein Unternehmen wuchs und wurde immer komplexer. Zuerst beauftragte er ein externes Unternehmen mit der Herstellung und Vermarktung seiner Produkte. 1983 verkaufte er seine Geschäftsanteile dann vollständig, blieb im Unternehmen aber als Berater tätig. Doch als die Marke Sassoon bereits nach zwei Jahren an einen global agierenden Konzern weiterverkauft wurde, distanzierte er sich immer mehr von ihr. 

Im Jahr 2003 kam es schließlich zu einem juristischen Streit. Vidal warf dem Konzern Vertragsbruch und Betrug vor und klagte vor Gericht wegen Vernachlässigung der Vermarktung seines Markennamens zugunsten anderer Haarpflegeserien des Unternehmens. Die Klage endete in einem Vergleich. Seither war Sassoon nicht mehr mit der Marke verbunden, die seinen Namen trägt.

Sassoons Erbe an die Friseurwelt

Vidal Sassoon wird noch lange nach seinem Tod im Jahr 2012 ein Idol und ein großes Vorbild für die Friseurwelt sein. Sein Leben und sein Erfolg zeigen, was mit Scheren, Kreativität und Hände arbeit möglich ist. Auf die Frage, wie er die zukünftige Entwicklung seiner Branche einschätzt, antwortete er in einem Interview mit Modern Salon.

Nun, ich sehe zwei Dinge. Ich sehe die Menschen mit Leidenschaft und Sorgfalt, die Trainingsabende machen, die Shows veranstalten, die am Fortschritt des Handwerks beteiligt sind. Und dann sehe ich große Unternehmen, die immer mehr Salons übernehmen und nur nach maximalem Gewinn streben. Es gibt keine Übungsstunden, es hat nichts mit Kunst zu tun… Was uns ausmachte war die Leidenschaft, die wir in unsere Arbeit gesteckt haben. Leidenschaft schafft Vision. Das ist Kunst. Schneiden, gestalten, formen… Schließlich machst du etwas, das nicht nur besonders aussieht und sich besonders anfühlt. Der Lohn der investierten Energie kommt auch tausendfach zurück.

Gefragt, welchen Rat er den zukünftigen Generationen von Friseuren geben würde, antwortete er:

Individualität. Wenn es um die Entwicklung des Handwerks geht, wird das, was Sie am besten können, anderen zugute kommen. Es ist ein Gefühl des Bewusstseins, der Freude und des Glücks, das Sie so vielen Menschen schenken… Ich lache manchmal und sage zu mir, Gott, ich wünschte ich hätte eine zweite originelle Idee. Ich würde gerne sehen wie ein junger Mensch mit einer enormen Energie etwas Neues erschafft, etwas anderes, während die Zweifler zu ihm sagen, dass dies nicht möglich ist, dass er pleite geht… Unsinn, wenn Sie zu ihren Wurzeln gelangen, zu dem, wer Sie wirklich sind, können Sie in jedem Bereich etwas daraus machen. Sie werden sich meiner Meinung nach selbst überraschen.

Wir machen AUFmerksam

Lichter an – bevor sie aus gehen. Mit dieser Aktion machen viele mittelständische Unternehmen in Deutschland ihren Unmut über die aufgezwungene wirtschaftliche Situation deutlich. Vernab von revolutionären Gesinnungen oder irgendwelchen Denkrichtungen, geht es hier um das nackte Überleben. Oder anders ausgedrückt. Wo keine Einnahmen, da keine Unternehmen – und auch kein Lebensunterhalt für deren Betreiber. 

Alles begann mit einem Virus

Auf einmal ging alles ganz schnell im Frühjahr 2020. Erst hörte man noch in den beliebten deutschen TV-Talkshows, dass eine Pandemie vor der Tür steht und wir uns im Krieg mit einem biologischen Erreger befinden. Nur wenige Tage später war es dann soweit. Bei vielen brachen Angst und Panik aus.

Kontakte zu anderen Menschen wurde plötzlich von den meisten gemieden. Im Salon klingelte ununterbrochen das Telefon. Mitte März hatten bereits die meisten Kunden abgesagt. Unsere Auslastung ist auf gut 20% gesunken. Dann, am 20. März, mußten wir eine Mitarbeiterin in Quarantäne schicken, da eine ihrer Kundinnen positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurde.

Zur Sicherheit für unsere Kunden und Mitarbeiter beschlossen wir, den Salon vorerst ganz zu schließen. Niemand wußte, womit was wir zu tun hatten und wie wir am besten auf solche Vorfälle reagieren sollen. Auch in den Ämtern, so versicherte man uns am Telefon, bekäme man die Informationen in erster Linie aus den Nachrichten.

Es dauerte nicht lange und nur einen Tag später am 21.03.2020 mußten alle Friseurgeschäfte in Baden-Württemberg auf Anweisung der Landesregierung ihre Türen schließen. Ganz gebannt auf die Vorgaben und Maßnahmen der Politik verfolgten wir den weiteren Verlauf der Krise. Aufmerksam informierten uns umfassend über die Ereignisse.

Schließlich beschlossen die Verantwortlichen in der Politik, den Betroffenen Unternehmen in der Krise beizustehen und sie in ihrer unverschuldeten Notlage finanziell zu unterstützen. Neben den Hygienevorlagen zum Schutz der Bevölkerung einigte man sich auf ein umfassendes Rettungspaket für die deutsche Wirtschaft mit dem Ziel: „Liquidität zu sichern, Jobs zu schützen und Insolvenzen zu verhindern.“

Leere Versprechen

Nun konnten wir aufatmen. Wir dachten wir hätten einen starken Partner an unserer Seite und wären Teil eines Gemeinwesens, das sich vor allem in Krisensituationen wie dieser gegenseitig fördert und stützt. Wir glaubten unseren Bundesministern Peter Altmaier (CDU) und Olaf Scholz (SPD), als sie groß in den Medien verkündeten: „Egal wie stark das Coronavirus und seine Folgen die Wirtschaft dieses Land schwächen könnten, wir sind stärker.“

Nachdem der Beschluss für die Corona-Soforthilfe am 27. März den Bundesrat passierte, reichten wir unseren Antrag direkt nach diesem Wochenende am 30. März ein. Es dauerte eine gute Woche bis die Finanzmittel auf dem Geschäftskonto landeten. Unser Unternehmen schienen gerettet. Mehr noch. Als wir am 04. Mai nach sechs Wochen Lockdown unsere Türen wieder öffnen durften, schien das Schlimmste überstanden. Unter Einhaltung strenger Hygienemaßnahmen drängten die Kunden wieder in den Salon.

Doch die Euphorie hielt nicht lange. Schon im Juli berichtete die Tagesschau, die „zweite Welle ist schon da„. Die Schutzvorkehrungen mußten aufrechterhalten werden und die Verunsicherung verstärkte sich wieder zunehmend. Gleichzeitig wurde offenkundig, dass wir die Hilfsgelder der Soforthilfe wieder zurückzahlen müssen. Es stand im Kleingedruckten, dass wir verpflichtet sind das überschüssige Geld, das wir zur Liquiditätsdeckung nicht benötigen, zurück zu überweisen.

Im Bewilligungsbescheid der Baden-Württemberger Staatsbank (L-Bank) steht im Wortlaut:

1. Der Zuschuss wird zur Überwindung der existenzbedrohlichen Wirtschaftslage bzw. der Liquiditätsengpässe oder Umsatzeinbrüche gewährt, die durch die Corona-Pandemie entstanden sind.
2. Der Förderzeitraum beträgt drei Monate. Der Zuschuss muss innerhalb von längstens drei Monaten nach Zustellung dieses Bescheides für den in Ziffer 1. genannten Zweck verwendet werden.

Den Bescheid wurde am 19. April erstellt und Tage danach zugesandt. Zu dieser Zeit hatten wir bereits seit über vier Wochen geschlossen. Die Tage und Wochen davor gab es schon massive Umsatzrückgänge druch die mediale Ankündigung der Pandemie. Diesen gesamten Krisenzeitraum dürfen wir also nicht anrechnen. Erst ab Eingang des Bescheids werden die Umsatzeinbrüche und Liquiditätsengpässe erfasst.

Ab Anfang Mai sprudelten die Einnahmen dann wieder. Auch im Juni wurden unsere Dienstleistungen noch stark nachgefragt. Heraus kam nach den veranschlagten drei Monaten ein Überschuss, der mit viel Fleiß, leidenschaftlichem Einsatz und dem starken Zusammenhalt von Kunden und Kollegen erzielt werden konnte. Der Lohn dafür: wir müssen die gewährten Hilfen trotz den Verlusten im vorangeganenen Zeitraum im März und April in voller Höhe zurückzahlen.

Der zweite Lockdown

Jetzt befinden wir uns im bereits seit dem 16. Dezember 2020 im zweiten Lockdown und verschieben die Kundentermine von einer Woche auf die andere. Anfang Februar 2021 und noch keine Spur von Entschädigung für das Berufsverbot. Die vom Staat großzügig gewährten Kredite und Bürgschaften machen erst Sinn, wenn alle Reserven aufgebraucht sind. Die „unbegrenzten Kredite“ müssen ja von zukünftigen Gewinnen zurückbezahlt werden.

Diese sind momentan aber in weiter Ferne und stellen ohnehin eine zusätzliche Belastung unserer seit Jahren schwer gebeutelten Branche dar. Was wir jetzt nicht umsetzen, holen wir nicht zukünftig wieder rein. In dieser Situation klingen die Worte von Altmaier und Scholz etwas zynisch: „kein Unternehmer werde in der Krise allein gelassen.“

Doch genau diese Erfahrung machen gerade noch viele andere Branchen im zweiten Lockdown: „KfW-Kredite. Soforthilfen. Überbrückungshilfe I. Wirtschaftsstabilisierungsfonds. Überbrückungshilfe II. Novemberhilfen. Dezemberhilfen. Überbrückungshilfe III. Abschlagzahlungen. Steuerstundungen. Umsatzerstattungen. Fixkostenpauschale. Kommen Sie noch mit?“ 

Von Branche zu Branche, von Bundesland zu Bundesland gelten andere Gesetze und Bestimmungen. Zudem wurden „die Regelwerke der Hilfen nach und nach angepasst, Einschränkungen wurden heimlich still und leise, teilweise nachträglich, eingebaut, Erweiterungen öffentlichkeitswirksam verkündet„, so der Präsident der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz Dr. Georg Haber.

Zur Krisenbewältigung von Politik und Verwaltung zog Haber folgendes Resumé: „Weder sind die Hilfen unbürokratisch, noch können sie schnell beantragt werden. Ganz zu schweigen von einer schnellen Auszahlung. Damit werden die mit der Einführung der Hilfen gemachten Versprechen definitiv nicht erfüllt“.

Dies „zerstört die Hoffnungen vieler Betriebsinhaber und stellt ganze Existenzen in Frage. Nicht zuletzt zerstört es das Vertrauen in die Politik, die bislang einen guten Ruf in dieser Krise genossen hat.“ Die von Finanzminister Scholz angekündigte wirtschaftspolitische Bazooka habe „eindeutig eine Ladehemmung“.

Ähnlich sieht es der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) Stefan Genth mit seiner Aussage, die „Bazooka des Finanzministers bleibt für den Einzelhandel bisher ein Rohrkrepierer“. Besonders niedlich formulierte es der stellvertretende Chef der FDP-Bundestagsfraktion, Alexander Lambsdorff: „Aus der Bazooka von Olaf Scholz wird gerade eine Kindergeburtstagspistole, die nicht Wumms macht, sondern Piffpaff“.

Auch der Bundesgeschäftsführer des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW), Markus Jerger, sieht die Bemühungen der Regierung kritisch. Die Ankündigung der Bundesregierung, „leidenden Unternehmen schnell, solidarisch und unbürokratisch zu helfen“, erweise sich „als leeres Versprechen“.

Aus eigener Kraft

So verwundert es auch nicht, dass das „mehrheitliche Vertrauen der Bürger“ in die Verantwortungsträger zu schwinden droht. Den „großen Worten folgten immer kleinteiligere Taten, Hürden, Irritationen“. Die Krisenpolitik von Bund und Länder zeige einen deutlichen „Mangel an Konsistenz, Schnelligkeit und Pragmatismus.“ Die Politik setzt ihre großartigen Versprechen „eher in homöopathischen Dosen“ um.

Von den 42,6 Milliarden Euro, die für den Bundeshaushalt zur Krisenbekämpfung in der mittelständischen Wirtschaft im Jahr 2020 für zur Verfügung stand, wurden gerade mal 15,8 Milliarden ausbezahlt. Und davon muss wohl ein Großteil wieder zurückbezahlt werden. Währenddessen sind die neuen Hilfen nicht so recht in Sicht.

Die Hilfen sind zu bürokratisch und schlecht administriert, so das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW): „Wenn die Mittel zur Rettung der Unternehmen zu spät kommen, drohen genau die Zusammenbrüche, die es in der Krise zu verhindern gilt. Und es droht eine Spaltung der Volkswirtschaft in eine robuste Industrie und einen existenzbedrohten Mittelstand in den stark betroffenen Konsumbereichen.“ 

Die ersten Auszahlungen der Überbrückungshilfe III soll irgendwann „im ersten Quartal 2021 erfolgen“. Bis dahin werden wir alle Partner und die laufenden Kosten aus eigenen Mitteln bedienen müssen. Diese müssen sowieso für den Lebensunterhalt der Unternehmer herangezogen werden, da mit den Hilfen lediglich die Fixkosten abgedeckt sind. Dennoch fordern wir von der Politik, ihre Versprechen umzusetzen und uns für die entstandenen Verluste durch den Lockdown zu entschädigen.

Die entgangenen Gewinne werden wir nicht mehr einholen. Das ist auch nicht nötig. Wir schauen nach vorne. Denn die Krise hat uns vor allem eins gezeigt. Ein großartiges Potenzial für unser Unternehmen und unsere Branche. Nie war der Zusammenhalt und die Kooperationsbereitschaft bei Mitarbeitern und Kunden größer. Nie hatten wir bessere Ergebnisse erzielt und mehr Anerkennung erfahren als inmitten dieser Krise.

Im ganzen restlichen Jahr 2020 hatten wir keine nachgewiesene Infektion in unserem Salon. Die Kunden sagten ihre Termine ab und blieben Zuhause, falls sie Symptome bemerkten. Die Hygienemaßnahmen boten genügend Schutz für Mitarbeiter und Kunden. Trotz den Schließungen schafften wir es aus eigener Kraft, uns über Wasser zu halten und die Nachfrage nach unseren Dienstleistungen im Krisenmodus zu bedienen. Doch es ist nun an der Zeit für die Krisenmanager aus der Politik, ihr Wort zu halten. Gemeinsam mit unseren Freunden und Kollegen aus dem Handel fordern wir:

1. Schnelle Hilfe durch Vorabzahlungen
2. Unbürokratischer Antrags- und Genehmigungsprozess
3. Faire und angemessene Ausgleichszahlungen

4. Ein konkretes Wiedereröffnungsszenario

Datenschutzeinstellungen
Wir verwenden Cookies, um Ihre Erfahrung bei der Nutzung unserer Website zu verbessern. Wenn Sie unsere Dienste über einen Browser nutzen, können Sie Cookies über die Einstellungen Ihres Webbrowsers einschränken, blockieren oder entfernen. Wir verwenden auch Inhalte und Skripte von Drittanbietern, die möglicherweise Tracking-Technologien verwenden. Sie können unten selektiv Ihre Einwilligung erteilen, um solche Einbettungen durch Dritte zuzulassen. Vollständige Informationen zu den von uns verwendeten Cookies, den von uns gesammelten Daten und deren Verarbeitung finden Sie in unserer Datenschutzerklärung
Youtube
Zustimmung zur Anzeige von Inhalten aus - Youtube
Vimeo
Zustimmung zur Anzeige von Inhalten aus - Vimeo
Google Maps
Zustimmung zur Anzeige von Inhalten aus - Google